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Aktuelles der Kirchgemeinde Roggwil

Verabschiedung Pfr. F. Buchter
Roggwil
Liebe Roggwilerinnen und Roggwiler und Bewohner von St. Urban...

Im Januar 1997, also vor 20 Jahren, habe ich meine Tätigkeit als ref. Pfarrer in der Kirchgemeinde Roggwil aufgenommen. Man wünschte sich damals «neuen Wind» und es gab eine Pfarrwahlkommission, die mir das Durchlüften zutraute. Das Kirchgemeindehaus war im Bau und meine damals kleine Familie konnte nach Abschluss der Bauarbeiten das wunderbar renovierte Pfarrhaus beziehen, das unser Zuhause wurde.

ich konnte mithelfen, die Sommerlager für Kinder, die Chinderchile, die Sonntagschule, die KUW, später eine Jungschar und die Frühlings-Kinderwoche einzuführen oder zu unterstützen. Ich erinnere mich an unzählige Arbeitsgruppen, kleinere und grosse Feste, Konfirmandenlager, Gottesdienste, Veranstaltungen und Einzelbegegnungen, die zum Ziel hatten, das Zusammenleben zu fördern und Farben in den Alltag zu bringen.

Bei vielen Familien durfte ich anlässlich einer Taufe, Hochzeit oder auch Beerdigung Anteil nehmen an sehr persönlichen und unvergesslichen Lebenserfahrungen. Manches Pflänzchen wächst bis heute, andere verblühten oder samten ab und etwas Neues wuchs daraus hervor und sicher waren auch Unkrautsamen dabei.

Im Rückblick auf das grosse Blumenfeld an Erinnerungen möchte ich vor allem danken: 

– All denjenigen, die mir und meiner Familie gut gesinnt waren und mich und meine Arbeit unterstützten, danke ich herzlich. Darauf werden auch Nachfolger ohne Behinderung angewiesen sein, denn der Pfarrer allein macht keine Kirche.

– Den Schul- und Gemeindebehörden, mit denen ich trotz zunehmender Trennung von Kirche und Staat stets in gutem Kontakt war und zusammen arbeiten konnte, danke ich sehr.

– Danke allen, die freiwillig Zeit, Wissen und Energie der Kirchgemeinde und damit ihren Mitmenschen zur Verfügung stellen. Sie sind immer schwieriger zu finden und sind doch unerlässlich für kirchliches Handeln.

– Danke den Heimleitungen und dem Pflegepersonal von Linde, Spycher und Murhof; sie konnten und können viel für den Zugang der Bewohner zu religiösen Angeboten tun.

– Einen herzlichen Dank der Protestantenvereinigung St. Urban und dem kath. Pfarreileiter dort; die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit ihnen machte Freude.

– Ein Danke den in unserem Dorf so wichtigen Vereinen. Ein spezielles Danke hier jenen, in welchen meine Familie mitwirken durfte und Freundschaften wuchsen: Kirchenchor, Frauenturnverein, Museumsverein, Frauenverein, FC und MGR.

– Vielen Dank meinen nächsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kirchgemeinde, die mir teils über viele Jahre tatkräftig zur Seite standen, auch bei Sonderwünschen, und mich auf viele neue Gedanken brachten.

– Danke allen Kindern und Jugendlichen, die mir beim Erzählen zuhörten, mit mir sangen, wanderten, reisten, Leben teilten.

Leid tut es mir, dass es sicherlich Menschen gab, zu denen ich den Zugang nicht fand oder deren Bedürfnisse ich nicht abdecken konnte. Gerne nehme ich, via meinen Briefkasten oder auch persönlich, Lob aber auch Kritik auf und ernst, es kann mir für meine nächste und weitere Tätigkeit hilfreich sein. Noch bin ich optimistisch eingestellt, auf Stellensuche, im Vertrauen, dass ich auch andernorts trotz meinen Einschränkungen meinen Beruf weiter ausüben können werde. Bis Ende Oktober jedenfalls werden wir noch im Pfarrhaus Roggwil wohnen und freuen uns bis dahin auf private Begegnungen.


Frank Buchter